Zwischen Alpen und Adria – unterschätztes Slowenien

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Slowenien – ein noch vielseits zu unterschätzes Land. Dabei hat es auf kleinem Raum so einiges an Abwechslung parat: Julische Alpen im Norden, kristallklares Wasser, schöne Natur, die süßeste Hauptstadt Europas und die kleine aber feine Mittelmeerküste. Slowenien bietet einfach alles was das Abenteuerherz schneller schlagen lässt und aufgrund der Größe lässt sich das Land wirklich perfekt bei einem Roadtrip erkunden. Die längste Etappe liegt bei gerade mal zwei Autostunden…

Doch beginnen wir von vorn: Da wir aus Berlin anreisen, machen wir zunächst einen kurzen Stopp im Allgäu und unternehmen die Wanderung zum Schrecksee. Der schöne Gebirgssee auf 1813m Höhe liegt in Bayern, nur 300m weiter geht es nach Tirol hinüber. Ausgangspunkt der Bergtour ist der Parkplatz „Auf der Höhe“. Die Wanderung selber ist mit 3,5 Stunden bis zum See ausgeschrieben und es müssen insgesamt 1200 Höhenmeter zurückgelegt werden. Zuerst geht es steil über Wiesen und später schottrig durch einen Waldhang hindurch in die Höhe. Fast oben angekommen, geht es noch ein ganzes Stückchen weiter, durch Wiesen und über kleine Hügel bergauf, dann wieder bergab.

Und hinter einem der vielen Hügel versteckt sich der von schroffen Felswänden eingerahmte, blaugrüne, glasklare, eiskalte und traumhaft schöne Schrecksee. Entgegen seinem Namen, ein wirklich idyllisches Plätzchen. Fasziniert vom Anblick genießen wir die Ruhe und unser wohlverdientes Päuschen. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg, wie der Aufstieg. Alles in allem für einen ersten Urlaubstag schon sehr anstrengend, aber es hat sich definitiv gelohnt. 

Schrecksee

Und weil wir vom wandern und von Höhenmetern nicht genug kriegen können, nehmen wir auch gleich noch den Ausblick auf den Schlegeisspeicher von der Olpererhütte mit.

Diesmal soll der Aufstieg nur eine Stunde dauern und nur 600 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Der Wanderweg führt stets steigend nach oben und nach einer Waldpassage wird der Blick aussichtsreicher und hinter dem türkisblauen Wasser des Schlegeisspeichers erheben sich riesige Gletscherflanken. Irgendwann rückt die Olpererhütte ins Blickfeld, dann ist es nicht mehr weit bis zum Ziel. Etwas weiter oberhalb der Hütte befindet sich eine kleine Hängebrücke, die vor allem durch Instagram bekannt geworden ist. Wählt man die richtige Perspektive, sieht es so aus als würde sie in schwindelerregender Höhe über dem Schlegeisspeicher schweben inmitten einer imposanten Berg- und Gletscherwelt. Nicht nur Fotografen, sondern auch Wanderer, die nach einer kurzen Tour mit viel Aussicht suchen, kommen hier voll auf ihre Kosten.

Schlegeisspeicher

Die Reise geht weiter und zwar ins eigentliche Zielland: Slowenien. 

Wir machen Halt beim Naturreservat Zelenci, welches sich im Save-Tal ganz im Nordwesten von Slowenien befindet. Das Reservat selber besteht tatsächlich nur aus einem überschaubaren See, in dem auch Schlangen leben. Hierfür durchquert man nur kurz ein Waldstück und schon steht man am Ufer. Es ist alles etwas sumpfig und morastig, weshalb es hier auch einen kleinen Holzsteg gibt. Das ganze Areal ist wirklich klein und man braucht deshalb auch nicht viel Zeit für den Besuch einzuplanen, aber wenn man schon mal in der Gegend ist, dann kann man den malerischen Anblick ruhig mal mitnehmen: Der Zelenci See, leicht grünlich schimmernd und im Hintergrund die Kulisse des Triglav Gebirges – echt schön.

Naturreservat Zelenci
Slap Savicia
Jasna See

Weiter Richtung Süden gibt es ein paar schöne Seen, die es lohnt zu erkunden: Der Jasna See, der Bohinj See und natürlich der Bleder See

In Kranjska Gora ist der Jasna See ein nettes Erholungsgebiet mit einem hübschen Bergpanorama, vielleicht etwas frisch zum Schwimmen, aber das haben Gebirgsseen nun mal so an sich. 

Ein ebenfalls wunderschöner See, umgeben von dichten Wäldern und Bergkämmen ist der Bohinjer See. Ganz in der Nähe befindet sich der Slap Savica, einem der größten Wasserfälle im Triglav National Park, rund 500 Stufen müssen erklommen werden um zur Aussichtsplattform zu gelangen.

Nicht ganz untouristisch wird unser Stopp am Bleder See, Postkartenmotiv und das Herz von Slowenien. Uns wundert’s nicht: Die Kulisse ist kitschig schön: Tiefblau mit der kleinen Insel Bljski Otok in der Mitte liegt der See in voller Pracht vor uns.

Bleder See

Ganz in der Nähe befindet sich die Vintgar-Klamm, 10€ sind pro Person als Eintrittsgebühr zu zahlen. Ein schmaler Holzsteg führt durch die 1600 m lange Klamm, die direkt am Radovna-Fluss entlang führt. Am Ende der 250m tiefen Schlucht öffnet sich der Blick noch auf ein kleines Highlight, dem Wasserfall „Mali Sum“. Um wieder zum Eingang zu den Parkplätzen zu gelangen, kann man zwischen einem steileren Stufenweg und einem etwas flacheren Wanderweg wählen. Wir entscheiden uns für letzteres und folgen der Beschilderung bis zur Kirche Sv. Katarina, währendessen hat man eine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung der Region Gorenjska. Später folgt noch ein leichter Aufstieg durch den Wald, bis man schließlich wieder beim Ausgangspunkt ist.

Vintgar Klamm
Mali Sum
Rückweg

Weiter geht es mit einem Ausflug in die slowenischen Alpen: Die Hochebene Velika Planina – die größte Hirtensiedlung Europas. Auf knapp 1670 Metern Höhe findet man eine romantische Landschaft aus riesigen, saftig grünen Wiesen bestückt mit charakteristischen Holzhütten der Hirten mit den Fichtenschindeln, die sich in die schützenden Mulden der Hügel schmiegen. Mit der Gondel und anschließendem Sessellift lassen wir uns gemütlich bis zum Gipfel bringen. 17€ p.P. sind für eine Berg- und Talfahrt zu bezahlen, zu beachten sind die halbstündlichen (Hauptsaison) bis stündlichen (Nebensaison) Abfahrtszeiten. 

Oben angekommen, bezaubert die Landschaft mit ihrer friedlichen Atmosphäre, dem Klingeln der Kuhglocken, dem Duft nach frisch gekochtem Essen, den vielen Blumen und den umliegenden Bergen. Von Juni bis September sind die Hütten von den Hirten bewohnt und mit etwas Glück kann man auch einen Blick in eine Hütte erhaschen. Das ganze Areal ist durch gut markierte Wanderwege erschlossen. Neben den klassischen Berghütten kommen wir auch an der Maria-Schnee-Kapelle vorbei, die ursprünglich schon vor dem 2. Weltkrieg dort stand. Auch lassen wir uns eine kleine Jausenstation nicht entgehen und probieren etwas von der slowenischen Hüttenkost.

Hochebene Velika Planina

Mit einem kleinem Stopp am Plansarsko See sowie in der Hauptstadt Ljubljana entlang der Route fahren wir weiter nach Piran.

Ljubljana ist in jedem Fall einen Besuch wert, ruhig und romantisch und super für einen kleinen Bummel entlang des Ljubljanca Flusses bis zur Drachenbrücke und zum zentralen Marktplatz. Das bunte Treiben mit den vielen kleinen Cafés, Bars und Restaurants erweckt die Promenade zum Leben. Eigentlich sind wir beide keine großen Städtefans aber Ljubljana ist wirklich süß.

Angekommen am südlichsten Punkt unserer Reise: Piran. Durch die Altstadtgassen schlendern, das Treiben am Meer beobachten, im Meer baden und so oft wie möglich frischen Fisch essen steht hier auf dem Plan. Slowenien zeigt einmal mehr wie vielfältig dieses Land doch ist: Gerade noch in den Bergen unterwegs gewesen, campen wir nun direkt am Meer inmitten von Olivenbäumen – auch das klassische Mittelmeerfeeling ist hier also möglich.

 Vršič Pass – wir kurven gefühlt 50 Haarnadelkurven hoch zum Pass. Von hier aus gehen zahlreiche Wanderwege ab. Wir haben uns den Klettersteig vom Prisojnik Fenster vorgenommen. Haben hier jedoch den Zustieg verfehlt und sind stattdessen den Abstieg raufgekraxelt, bis wir irgendwann festgestellt haben, dass unser Weg nicht ganz stimmen kann. Immerhin hatten wir nochmal eine letzte spektakuläre Sicht auf die umliegenden Berge, sogar das seltene Edelweiß bekamen wir zu Gesicht.

Schließlich kurvten wir die Haarnadelkurven auch wieder runter. Vor uns liegt ein Tag im Soča Tal, mit mehreren Stopps entlang des smaragdgrünen, gleichnamigen Flusses. Mit seiner charakteristischen Farbe gilt der Soča als einer der schönsten Flüsse Europas – und ja, das auch zurecht.  Die Farbe des Soča schimmert verlockend durch die Bäume hindurch, alte Holzhängebrücken bilden das perfekte Fotomotiv. Besonders schön: die Velika Korita Soče, die Großen Soča Tröge. Circa 15 Meter hoch ist hier der Canyon, durch welchen sich das Wasser hier schlängelt. Outdoorsport-Liebhaber kommen in dieser Ecke ebenfalls voll auf ihre Kosten. Auch wir haben unseren Spaß beim Wildwasserkajak und beim Ziplining.

Lago di Fusine


Campingplätze, die wir besucht haben und empfehlen können:

Camping Spik

Camping Kamnik Resnik

River Camping Bled

Camping Belvedere 

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