Korsika – ein Traum aus Bergen und Meer

Korsika – ein Traum aus Bergen und Meer

Genua ist der Ort, an dem unsere Fähre nach Bastia auf Korsika startet. Für 80€ hatten wir vorab ein Fährticket für zwei Personen inklusive Auto über Moby Lines gebucht.

Am nächsten Morgen machen wir uns also auf den Weg zum Hafen, es wird empfohlen spätestens zwei Stunden vorher da zu sein. Obwohl wir für unser Gefühl sehr zeitig losgefahren sind, sind wir am Ende doch ziemlich in die Bredouille geraten:

Der vorab mitgeschickte Google Standort führte uns zu einem falschen Platz, kein Anzeichen von Moby Lines, kein Schild, nichts. Nach längerem Absuchen erkundigen wir uns bei Einheimischen, immerhin erhalten wir eine grobe Richtung.

Dann auch das noch: Stau! Noch eine Stunde bis zur Abfahrt, die Zeit rennt uns immer mehr davon und wir waren uns noch nicht mal sicher, ob wir in der richtigen Schlange stehen. Wir fangen an uns einen Plan B zu überlegen… Doch wir haben Glück, wir waren endlich richtig und hier und da führten uns Menschen in Warnweste zum richtigen Warteplatz (Hinweisschilder vermissten wir trotzdem) – bis zur Abfahrt hatten wir dann noch eine halbe Stunde Zeit – puh!

In so einer großen und recht unübersichtlichen Stadt wie Genua empfehle ich daher: plane genug Zeit ein! Wir sind 3 Stunden vor Abfahrt losgefahren und das war dann scheinbar doch etwas knapp. Lieber etwas zu früh, als womöglich die Fähre zu verpassen.

Die Fährüberfahrt selbst dauert ungefähr 5 Stunden. In Bastia angekommen, haben wir uns dazu entschlossen, uns noch ein wenig von dem kleinen Schreck am Morgen zu erholen. Es geht Richtung Ille Rousse und zum Strand Plage de Ghunchitu.

Am nächsten Morgen entscheiden wir uns für eine kleine Küstenwanderung in Punta Spano, bei Lumio. Ein wirklich schönes Fleckchen, wo wir am liebsten auch den ganzen Tag geblieben wären. Es ist ein Ort mit vielen Granitfelsen, die direkt am Meer liegen – Boulderer kommen hier voll auf ihre Kosten. Übrigens auch ein schönes Ziel zum Schnorcheln!

Punta Spano - Lumio

Den Stellplatz für die Nacht finden wir auf der Halbinsel von La Revellata, westlich von Calvi gelegen. Hier bietet es sich an eine Wanderung zum Leuchtturm zu machen.

Halbinsel La Revellata

Unsere Route führt weiter zum Fango Delta. Da wir uns hier während der Hochsaison aufhalten und das Wetter mal wieder gute 30° auf dem Thermometer anzeigt, machen wir eine kleine Kanutour durch die Arme des Fango Deltas.

Eigentlich wollten wir mit unserem Schlauchboot selbst das Delta Fango erkunden, das scheint aber nicht so gerne gesehen zu werden, deshalb wurde uns die Kanutour gratis angeboten.

Psssst, es herrscht außerdem „Redeverbot“ im Naturschutzgebiet. Nach einer kleinen Einweisung, wie man die Strecke zu befahren hat und man sich an die Auflage halten soll, möglichst nur zu flüstern, geht es los. Entspannt paddeln wir die Flussarme lang und beobachten kleine Schildkröten in freier Wildbahn.

Insgesamt eine sehr nette Tour, aber für uns jetzt auch nicht unbedingt ein Highlight. Es lohnt sich aber hinterher noch ein bisschen Zeit am Kiesstrand in Galeria zu verbringen.

Fango Delta
Strand in Galeria

An Porto vorbei führen Serpentinen nach Piana. Hier erwarten uns die Calanches de Piana, bizarre Formationen mit rötlichem und leicht verwittertem Gestein. Die Calanche liegt an der westlichen Küste von Korsika und ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Sie gehört zu den
schönsten Wanderwegen in Europa und vor allem die kleine Herzform ist hier sehr markant.
Wir lassen den Tag in Porto, direkt an einem schönen Badestrand ausklingen.

Herz Korsikas
Calanches de Piana
Blick auf Porto

Nach wunderschönen Tagen an der Westküste, haben wir wieder ein wenig Strecke vor uns und machen uns auf den Weg Richtung Ostküste. Hier wartet ein ganz besonderes Highlight auf uns: die Cascades de Purcaraccia.

Canyoning-Fans aufgepasst: Die Kaskadenrutschen zählen zu den schönsten auf Korsika. Von der Passhöhe der Bocca di Laronefolgen wir der Straße bis rechts ein schmaler Wanderweg abzweigt. Erst ist es leichtes Auf und Ab durch den Hang, Büsche und Kiefern spenden öfter Schafften, später führt der Wanderweg taleinwärts über den Purcaraccia-Bach. Unterwegs gibt es die Möglichkeit, links zu einer schönen Badegumpe abzusteigen und wir nutzen sie um uns im Nass ein wenig abzukühlen.

Pause in einer Badegumpe

Weiter auf dem Pfad wechseln wir nun auf die andere Talseite, vorbei an einer weiteren schönen Gumpe, erreichen wir dir ersten Kaskaden sowie später dann auch die schönen Wasserfälle. Nach ungefähr 2,5 Stunden Wanderung werden wir wirklich mit einem paradiesischen Ort belohnt. Es ist die perfekte Mischung aus Natur, wandern, baden und canyoning – wirklich toll! Einen halben Tag sollte man hier mindestens einplanen.

Badegumpen
Cascades de Purcaraccia

Am nächsten Tag entscheiden wir uns aufgrund des sehr warmen Wetters für einen Strandtag. Wir erkunden gleich drei sehr schöne Strände: den Pinarellu Strand, den Palombaggia Strand und den Strand Santa Guilia. Wir nutzen die Zeit u.a., um ein paar Postkarten zu schreiben und in die Heimat zu schicken.

Palombaggia
Pinarellu
Palombaggia
Santa Guilia

Wir machen uns weiter auf den Weg zu unserem letzten Stopp auf der Insel: Bonifacio. Die Stadt, die ganz im Süden auf einem Kreidefelsen spektakulär ins Meer ragt, ist eine der schönsten Städte auf unserer Reise. Die Zitadelle und die Altstadt thronen am Rande der weißen Kalksteinklippen in mehr als 70 Metern Höhe. Wir bummeln durch die quirlige Altstadt und an der Promenade vom Hafen entlang und genießen die schöne Stimmung sowie die Aussicht aufs Meer.

Bonifacio

Auch um Bonifacio herum gibt es wunderschöne Strände und Buchten. Bootstouren zu versteckten Stränden, Grotten oder zu den Lavezzi-Inseln werden hier überall angeboten. Wir entscheiden uns für letzteres und nehmen das Shuttle-Boot (Kosten ca. 37€ pro Person). Auf der Insel angekommen, sind wir erstmal komplett durchnässt, weil wir in der letzten Reihe saßen, also Augen auf bei der Sitzplatzwahl! Nach einer kurzen Wanderung entdecken wir die erste Bucht mit zauberhaft türkisfarbenem Wasser, ich fühle mich, als sei ich in der Karibik! Ein Traum zum baden, sonnen und schnorcheln. Abseits vom großen Hauptstrand, gibt es viele kleinere Abschnitte, wo man ganz für sich ist. Unzählige Granitfelsen und tolle Felsformationen, es lohnt sich die Insel eimal komplett zu umwandern.

Lavezzi Inseln
Elefantenfelsen

Bei der Rückfahrt schauen wir uns die restlichen Inseln des Lavezzi Archipels sowie die Cavallo Inseln an. Auch sieht man die Stadt Bonifacio nun von der Meerseite aus, sehr beeindruckend.

Morgen geht unsere Fähre nach Sardinien und es beginnt ein neues Abenteuer.

Abschließend lässt sich sagen, dass Korsika einfach ein Traum aus Bergen und Meer ist. Zudem eine sehr vielfältige Insel, wo man wandern, baden, schnorcheln, canyoning und noch viel mehr unternehmen kann.

Korsika war nur ein Teil von unserem Roadtrip, wenn du noch mehr Inspiration suchst und die komplette Route nachverfolgen möchtest, dann gelangst du hier zum vollständigen Beitrag:

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